Britisches Oberhaus lehnt Forschungsverbot für Hybridembryonen ab

Das britische Oberhaus hat einen Regierungsvorschlag unterstützt, der die Forschung an Mensch-Tier-Hybridembryonen erlaubt. Das Abstimmungsergebnis wurde von vielen Wissenschaftlern begrüßt, die sich für die Genehmigung solcher Forschung eingesetzt hatten. Andere...

Das britische Oberhaus hat einen Regierungsvorschlag unterstützt, der die Forschung an Mensch-Tier-Hybridembryonen erlaubt.

Das Abstimmungsergebnis wurde von vielen Wissenschaftlern begrüßt, die sich für die Genehmigung solcher Forschung eingesetzt hatten. Andere Gruppen, die die Herstellung dieser Embryonen für ethisch fragwürdig halten, zeigten sich enttäuscht. Die Embryonen bestehen zum größten Teil aus menschlichem Gewebe, enthalten aber auch geringe Mengen tierischer DNA.

Mit dieser Abstimmung entschied das Oberhaus über einen Ergänzungsantrag des Gesetzes über menschliche Fertilisation und Embryologie. Der Antrag wurde mit 268 zu 96 Stimmen abgelehnt.

Wenn das Gesetz in Kraft tritt, können Wissenschaftler die Hybridembryonen 14 Tage lang am Leben erhalten, dürfen sie aber nicht in einen Uterus einpflanzen.

Vier britische Forschungsorganisationen hatten das Oberhaus aufgefordert, die Nutzung von Mensch-Tier-Hybridembryonen zu Forschungszwecken nicht zu blockieren, nachdem bekannt geworden war, dass sich einige der Mitglieder des Oberhauses gegen diese Art der Forschung aussprechen würden.

Lord Alton hatte einen Ergänzungsantrag vorgelegt, der ein Verbot der Schaffung von Chimären-Embryonen vorsah. Sollte die Ergänzung nicht verabschiedet werden, wollen er und seine Unterstützer eine Verschärfung des Genehmigungsverfahrens für die Schaffung von Chimären-Embryonen durchsetzen.

Ein Hintergrundpapier von vier Forschungsgremien – dem „Medical Research Council”, der „Royal Society”, dem „Wellcome Trust” und der „Academy of Medical Sciences” – lieferte die Erklärung, warum Hybridembryonen für die Wissenschaft wichtig sind.

„Diese Art der Forschung verfügt über ein enormes Potenzial, das zur Entwicklung von Therapien für schwere Krankheiten führen könnte, von Entwicklungsstörungen bei Kleinkindern bis zu Schlaganfällen, HIV/AIDS, Diabetes und Parkinson, sowie von besseren und sichereren Behandlungsmöglichkeiten für unfruchtbare Paare”, heißt es in dem Papier.

Die Mehrheit der Mitglieder des Oberhauses teilte diese Einschätzung. Lord Winston, Fertilitätsforscher und Mitglied des Oberhauses, sagte, „95 Prozent der Wissenschaftler sind der Ansicht, dass die embryonale Stammzellenforschung notwendig ist”. Gesundheitsminister Lord Darzi bekräftigte, dass es ausreichend Kontrollen gebe: „Diese Forschung wird nur mit einer Genehmigung der HFEA (Human Fertilisation and Embryology Authority) möglich sein und auch nur dann, wenn die HEFA diese Forschung für notwendig erachtet. Bei der Entscheidungsfindung muss die HEFA alle Forschungsmöglichkeiten in Betracht ziehen, die zum selben Ergebnis führen könnten.”

In dem Hintergrundpapier der Wissenschaftler wird auch darauf hingewiesen, dass das Vereinigte Königreich führend auf diesem Gebiet sei und eine Beschränkung diese Spitzenposition gefährden würde: „Die Stärken des Vereinigten Königreichs in diesem Bereich stellen eine wertvolle Möglichkeit dar, Einfluss auf die internationale Agenda zu nehmen, die Übertragung der Grundlagenforschung in klinische Leistungen voranzutreiben und Spitzenwissenschaftler und internationale Investitionen in die Stammzellenforschung in das VK zu holen.”

Während der Abstimmung demonstrierten Hunderte Anhänger der Organisation „Christian Concern For Our Nation” vor dem House of Lords.

Kategorie: Sonstiges
Informationsquelle: Pressequellen
Referenz: Gestützt auf Informationen aus Pressequellen
Thematischer Indexkode: Biotechnologie; Forschungsethik; Gesetze, Vorschriften; Biowissenschaften; Wissenschaftliche Forschung

RCN: 28996

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